Es ist Sonntagabend, 12. April 2015, kurz nach 21.00 Uhr,als Hoteldirektor Klaus Kühl-Peters und Ehefrau Ulrike das Aparthotel Kachelot in den verdienten Feierabend verlassen wollen. Genau in diesem Augenblick gibt es einen Alarm durch die Brandmelde-Anlage (BMA) des Hotels. Gleichzeitig läuft die Meldung in der Leitstelle Ostfriesland auf. Feuer im Aparthotel Kachelot Millionenschaden durch technischen Defekt Im nüchternen Einsatzbericht der Freiwilligen Feuerwehr Borkum liest sich das so: „Gemeldeter Zimmerbrand über BMA-Auslösung entwickelte sich durch Ausbreitung auf den Etagenflur mit anschließender Durchzündung zu einem Vollbrand des gesamten EG (incl. Foyer). Mehrere Personen wurden aus den oberen Stockwerken mit der Drehleiter ab geborgen.
Insgesamt 51 Feuerwehrleute mit 10 Fahrzeugen im Einsatz, davon 16 unter Pressluftatmer. 7 C-Rohre von den wasserführenden Fahrzeugen mit weiterer Wasserförderung über Hydranten Polizei, DRK Borkum, RTW Borkum, EWE, sowie Stadtwerke vor Ort. 21 Personen sind anderweitig untergebracht worden. DRK Borkum war mit 3 Fahrzeugen vor Ort.“ Soweit der Einsatzbericht. Direkt nach Eintreffen der ersten Einsatzkräfte wurde Vollalarm mittels Sirenen ausgelöst. Die Bekämpfung des Feuers gestaltete sich äußerst schwierig, immerhin herrschte an diesem Abend ein Sturm mit Böen bis zu Windstärke 11. Nach kompletter Evakuierung des Gebäudes hatten die Feuerwehrleute, die unter schwerem Atemschutz gegen die Flammen vorgingen, alle Hände voll zu tun das Feuer unter Kontrolle zu behalten. Zu allem Überfluss kam es durch die enorme Hitzeentwicklung zu einem der gefürchteten „Flashover“, d.h. die Rauchgase entzündeten sich schlagartig, sodass sich das Feuer über den Flur bis auf die andere Seite des Gebäudes ausbreitete. Durch die enorme Hitze sowie die starke Rauch- und Rußentwicklung wurde das gesamte Hotel, eines der größten unserer Insel, in Mitleidenschaft gezogen. Technischer Defekt Nach ersten Begutachtungen durch Brandermittler der Polizeiinspektion Leer/Emden konnte ein technischer Defekt in einem Wohnraum im Hochparterre als Auslöser festgestellt werden. Eine detaillierte Untersuchung ergab, dass ein defektes Elektrogerät das Feuer verursacht hat. Wir hatten Gelegenheit mit Inhaber Klaus Kühl-Peters zu sprechen. „Wenn alles gut mitläuft“ so Kühl-Peters, „können wir das Haus vielleicht Ende September wieder eröffnen.
“ Trotz des immensen Schadens lässt sich der agile Hotelier nicht entmutigen. „Trotz der Katastrophe, die über uns, unsere Gäste und unsere Angestellten hereingebrochen ist, haben wir Glück gehabt, dass niemand aus dem Hotel und von den Einsatzkräften zu Schaden gekommen ist.“ Zutiefst dankbar zeigt sich der Hotelinhaber über die Solidarität und Hilfe, die ihm und seiner Frau spontan angeboten und entgegengebracht wurde. Kollegen boten sofort Zimmer für die anwesenden Gäste an und sind auch bei der Unterbringung der noch anreisenden Urlauber für die Saison behilflich, soweit dies möglich ist. Handwerker boten Fahrzeuge und „Man-Power“ an, um dazu beizutragen, dass das Haus so schnell wie möglich den Betrieb wieder aufnehmen kann. In Mitleidenschaft gezogen wurde auch die Praxis für Ergotherapie von Margit Schneider, die sich direkt unter dem Zimmer befindet, in dem der Brand ausgebrochen war. Vorübergehend befinden sich die Behandlungsräume jetzt unweit des Aparthotel Kachelot im Fritz-Klennert-Weg/Ecke Bubertstraße. „All dies ist nicht selbstverständlich, und zeigt uns, dass wir hier in einer insularen Solidargemeinschaft leben. Wir hoffen jetzt noch auf die Mitwirkung der Behörden, damit wir auch während der Saison die Renovierung zügig durchführen können,“ so Kühl-Peters.
Seinen Dank gegenüber der Freiwilligen Feuerwehr brachte der Hotelier am Übungsabend in flüssiger Form zum Ausdruck: Zusammen mit Ehefrau Ulrike überbrachte er ein Fass Bier und neben dankenden Worten eine Einladung zur Wiedereröffnungsfeier. „Aber dann bitte im Dienstanzug – Feuerwehrstiefel möchte ich im „Kachelot“ möglichst nicht wieder sehen,“ so Kühl-Peters, der seinen Humor zum Glück nicht verloren hat.